Lobbyranking 2026

Lobbyranking der Bundesländer 2026

Für unsere Demokratie ist die Transparenz und damit Nachvollziehbarkeit politischen Handelns unerlässlich. Um das Vertrauen in die demokratischen Institutionen und die Integrität der handelnden Personen zu stärken, sind moderne Regeln nötig.

Das Ranking von Transparency Deutschland bietet einen übersichtlichen Vergleich der Transparenz- und Integritätsregeln in Deutschland. Wir bewerten, ob ein Lobbyregister, ein legislativer Fußabdruck, eine Karenzzeit für Regierungsmitglieder und eine Offenlegung von Nebentätigkeiten vorhanden sind – und wenn ja, in welcher Form. Auf dieser Grundlage entsteht das Lobbyranking.

Unsere interaktive Webseite ermöglicht Ihnen, nach den Themenfeldern sowie nach den Bundesländern zu filtern und sich mit den Details der Regelungen vertraut zu machen.

Gesamt zeigt das Gesamtergebnis aus allen vier Kategorien: Lobbyregister, legislativer Fußabdruck, Karenzzeit und Verhaltensregeln.

Balkendiagramm nach Gesamtergebnis sortiert

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Sowohl im Bund als auch in einigen Ländern haben sich in den vergangenen Jahren – auch ausgelöst durch Skandale wie die Aserbaidschanaffäre, den Maskenskandal, Wirecard und Cum-Ex – die Transparenz- und Integritätsregeln spürbar verbessert. Im Lobbyranking 2026 haben 12 der 16 Bundesländer gegenüber 2024 ihre Transparenz- und Integritätsregeln verbessert – überwiegend jedoch nur in kleinen Schritten.

Große Lücken bleiben

Wie schon im Jahre 2024 erreichen 13 Bundesländer auch im Lobbyranking 2026 nicht einmal die Hälfte der möglichen Transparency-Kriterien. Die Spanne zwischen dem besten Bundesland Bayern (59 % der erreichbaren Punkte) und am schwächsten abschneidenden Bundesland Bremen (9 % der erreichbaren Punkte) ist enorm. Trotz einzelner Verbesserungen bei den Verhaltensregeln bietet ein Großteil der Bundesländer noch immer zu wenig Nachvollziehbarkeit von politischen Entscheidungen für die Bürgerinnen und Bürger und zu viele Möglichkeiten für potenzielle illegitime Lobby-Einflussnahme.

Wechsel an der Spitze

Baden-Württemberg übernimmt mit 59 % der erfüllten Kriterien die Spitzenposition im Lobbyranking 2026. Bayern (56 %) verteidigt den zweiten Platz und baut seinen Vorsprung auf das Mittelfeld weiter aus. Thüringen fällt aufgrund der anhaltenden Vollzugsdefizite bei Lobbyregister und legislativem Fußabdruck trotz seiner auf dem Papier weiterhin vorbildlichen Regelungen auf Platz 4 zurück. Newcomer ist Hamburg, das mit seinem neu verabschiedeten Lobbyregister, das auch Elemente eines legislativen Fußabdrucks enthält, direkt in die Spitzengruppe aufrückt. In der Gesamtschau schneidet der Bund dank seiner Lobby- und Transparenzregeln mit 71 % weiterhin besser ab als alle Bundesländer - auch wenn insbesondere beim exekutiven Fußabdruck Vollzugsdefizite bestehen bleiben.

Bewegung im Mittelfeld

Rheinland-Pfalz verbessert sich durch strengere Karenzzeitregelungen sowie überarbeitete Verhaltensregeln für Abgeordnete und steigt im Lobbyranking 2026 auf Platz 9. Hessen, Berlin und Sachsen fallen dagegen im Ranking zurück, da sie im Vergleich zu anderen Ländern zuletzt kaum Fortschritte bei Lobbytransparenz und Integritätsregeln erzielt haben.

Rote Laterne für Bremen

An den hinteren Plätzen gibt es dagegen kaum Veränderungen. Trotz leichter Verbesserungen bei den Verhaltensregeln bleiben Niedersachsen und Sachsen-Anhalt im unteren Tabellenbereich. Bremen bildet mit 9 % der erfüllten Kriterien weiterhin das Schlusslicht des Lobbyrankings.

Frühere Rankings zum Vergleich

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Warum haben wir das Lobbyranking erstellt?

Auf Länderebene hatte sich bis 2021 bei den Integritätsregeln wenig getan. Die Arbeitsgruppe Politik von Transparency Deutschland sah sich daher in der Verantwortung, eine umfassende vergleichende Untersuchung durchzuführen und die Ergebnisse zu veröffentlichen. Ziel der Untersuchung war und ist es, die Öffentlichkeit für diese für das Gemeinwohl bedeutsame Thematik zu sensibilisieren und bei den verantwortlichen politischen Entscheidungstragenden das Bewusstsein für die Notwendigkeit möglichst schneller und einheitlicher regulatorischer Änderungen zu stärken.

Seit 2021 im Einsatz

Mit dem Lobbyranking 2021 hat Transparency Deutschland erstmals die Transparenz- und Integritätsregeln aller 16 Bundesländer in leicht verständlicher und transparenter Form vergleichend erfasst und bewertet. Untersucht wurde, ob und in welchem Umfang in den vier Bewertungsbereichen Regeln bestehen und wie diese konkret ausgestaltet sind. Gerade vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen – von schwindendem Vertrauen in demokratische Institutionen bis hin zu Radikalisierungstendenzen – gewinnen moderne Transparenz- und Integritätsregeln weiter an Bedeutung.

Aktualisierungen

Seit der Erstveröffentlichung am 11. März 2021 aktualisiert Transparency Deutschland das Lobbyranking regelmäßig, um die Entwicklungen der Transparenz- und Integritätsregeln in den Bundesländern nachzuverfolgen und sichtbar zu machen. Die bisherigen Aktualisierungen erfolgten am 10. März 2022 sowie am 13. August 2024.

Über das Lobbyranking

Die Erhebung

Für das Funktionieren einer Demokratie ist die Integrität der handelnden Personen von nicht zu unterschätzender Bedeutung. In besonderem Maße gilt dies für den Prozess der Entstehung der Gesetze. Wir haben die entsprechenden Lobbygesetze in den deutschen Bundesländern miteinander verglichen.

Kontakt

Die Arbeitsgruppe Politik arbeitet ehrenamtlich für Transparency Deutschland. Wir freuen uns sehr über Feedback, Kritik und Fragen. Bitte teilen Sie uns mit, wenn Sie andere Informationen haben oder Ihnen ein Datenfehler auffällt. Kontaktieren Sie uns bitte unter office@transparency.de (Impressum).

Das Projekt

Das Lobbyranking der Bundesländer ist ein Projekt der Arbeitsgruppe Politik des gemeinnützigen Vereins Transparency International Deutschland e.V.. Der Quellcode wurde uns dankenswerterweise von der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. und Mehr Demokratie e.V. zur Verfügung gestellt. Er ist zu finden auf Github. Die Seite ist mit dem Framework Next.js (React) und der Sprache TypeScript umgesetzt.